Orthopädische Bandagen
Orthopädische Bandagen dienen dem Schutz und der Unterstützung der Gelenke. Zur Prophylaxe von Überlastungen oder Verletzungen, zur Linderung bei Beschwerden oder zur Rehabilitation nach Operationen. Sie können an verschiedenen Körperregionen zum Einsatz kommen und auf vielfältige Weise wirken.
Wann Bandagen zum Einsatz kommen:
Dass die Hand nachts „einschläft“ oder die Finger beim morgendlichen Kaffeetrinken kribbeln, scheint…
Kniearthrose, medizinisch „Gonarthrose“, kann den Alltag von Betroffenen spürbar verändern:…
Wenn jede Bewegung im Ellenbogen zieht und selbst die Kaffeetasse plötzlich schwer wird, kann ein…
Begriffserläuterung:
Der Begriff Bandage stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „Verbindung“. Es handelt sich also um ein Hilfsmittel, das zusammenhält und verbindet. Bandagen werden schon seit Menschengedenken eingesetzt – z. B. im alten Rom schützten Gladiatoren mit ihnen Hände und Arme beim Kämpfen vor Verletzungen.
Was sind Bandagen?
Bandagen sind medizinische Hilfsmittel, die verletzte oder erkrankte Körperbereiche stützen und in der Medizin zu verschiedenen therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Sie werden speziell zur Behandlung von Problemen des Stütz- und Bewegungsapparates hergestellt. Orthopädische Bandagen haben oft einen Kompressionseffekt und bestehen aus weichen, elastischen und atmungsaktiven Textilien. Das Material leitet Feuchtigkeit ab, sodass die Haut darunter nicht zu sehr schwitzt.
Wie wirken Bandagen?
Sie werden passgenau ausgewählt und schmiegen sich der Körperform perfekt an. Muskulatur und Beweglichkeit werden durch sie nicht eingeschränkt. Gleichzeitig wirken sie leicht stützend auf die Gelenke. Dieser Stützeffekt reduziert das Risiko für falsche oder übermäßige Belastung. In der Regel haben Bandagen zudem einen leichten Kompressionseffekt. Durch die Bewegung des Körpers entsteht ein “Massageeffekt”, der die Durchblutung fördert. Die wohldosierte Kompression unterstützt die Linderung von Schmerzen oder entzündlichen Prozessen und fördert die Regeneration der Muskulatur durch Stimulation der Muskelrezeptoren. Schwellungen, Blutergüsse und Ödeme werden schneller abgebaut.
Wann werden Bandagen eingesetzt?
Bandagen werden in der Orthopädie und Sportmedizin vielfältig eingesetzt.
Typische Einsatzgebiete:
- Behandlung:
Viele Menschen belasten ihren Körper zu einseitig. Ursache dieser einseitigen Belastung können wiederkehrende berufliche Tätigkeiten sein, Fehlstellungen von Beinen oder Hüfte oder eine falsche Lauftechnik beim Joggen. Die Folge: vorzeitiger Gelenkverschleiß (Arthrose), Überlastung oder – wenn es um die Wirbelsäule geht – der gefürchtete Hexenschuss. Bandagen für Rücken und Gelenke unterstützen die Behandlung derartiger Überbeanspruchung und lindern den Schmerz. Bei Aktivbandagen werden sogenannte Pelotten (spezielle Polster und Geleinlagen) gezielt eingesetzt, um die Muskulatur durch sanfte Druckimpulse zu aktivieren.
- Vorbeugung:
Orthopädische Stützbandagen oder Sportbandagen unterstützen die Stabilität von Gelenken und werden auch als Mobilitätshilfen sowie prophylaktisch im Sport eingesetzt, um Überbeanspruchung, Fehlbelastungen oder Verletzungen vorzubeugen. So bieten sie einen gewissen Schutz davor, beim Joggen umzuknicken oder bei der Computerarbeit eine Sehnenscheidenentzündung (RSI-Syndrom oder Mausarm genannt) zu entwickeln.
- Rehabilitation:
Auch nach Verletzungen werden medizinische Bandagen eingesetzt – nach Operationen sowie während und nach einer konservativen Therapie. Durch den Stützeffekt entlasten und stabilisieren sie das betroffene Gelenk und fördern die Regeneration. Der Kompressionseffekt lindert Schwellungen und fördert das Abheilen von Entzündungen.
In unserem Beitrag Knieschmerzen beim Laufen erfährst du mehr darüber, wie Knieschmerzen beim Joggen entstehen und was man dagegen tun kann.
Welche orthopädischen Bandagen gibt es?
- Knöchelbandagen:
Sie werden auch als Fußgelenkbandage oder Fußbandage bezeichnet und können bei diversen Beschwerden verwendet werden. Beispielsweise bei Überlastung der Achillessehne oder einer Verletzung des Sprunggelenkes wie dem sogenannten Fußballer-Knöchel.
- Kniebandagen:
Beschwerden in den Knien sind verbreitet. Wer Schmerzen im Knie hat, kann sein Gelenk mit Kniebandagen stabilisieren und beim Laufen entlasten. Bandagen für die Knie werden insbesondere bei Kniearthrose, Patellaluxation und Reizung der Meniskussehne eingesetzt.
- Rückenbandagen:
Auch bei Problemen mit der Wirbelsäule können diese medizinischen Hilfsmittel wohltuend wirken. Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, Bandscheibenvorfälle, Spondylarthrose oder Beschwerden der Iliosakralgelenke können so gemildert werden.
- Handgelenkbandagen:
Verstauchungen, Arthrose oder das Karpaltunnelsyndrom sind Indikationen für eine Handgelenkbandage. Auch bei Verstauchungen können Handgelenkbandagen hilfreich sein.
- Ellbogenbandagen:
Bei Verletzungen der Ellenbogen können Ellbogenbandagen die Ellbogensehnen entlasten und das Gelenk stabilisieren. Ellenbogenbandagen kommen auch bei Überlastungen – wie der Epicondylopathie, auch als Tennisarm bezeichnet – zum Einsatz.
- Schulterbandagen:
Sie stabilisieren die Schulter nach Operationen oder Verletzungen (z.B. Sehnen- oder Muskelrisse) und können bei Arthrose, Rheuma oder Gicht Schmerzen reduzieren.
Wie trägt man Bandagen richtig?
Die richtige Befestigung der Bandagen ist maßgeblich für die Effektivität der Behandlung. Moderne Bandagen werden meist nicht mehr um die betroffenen Gelenke – wie Ellbogen, Fuß- oder Handgelenk – gewickelt, sondern können dank des hochelastischen Gewebes einfach darüber gestreift werden. Manche Modelle werden zusätzlich mit Klettverschlüssen, Gurten oder Druckknöpfen an der richtigen Stelle fixiert. Der perfekte Sitz ist wichtig, damit das Hilfsmittel seine Stützfunktion optimal entfalten kann, ohne die Durchblutung zu stören. Die Orthopädietechniker:innen im Sanitätshaus zeigen dir die richtige Befestigung und worauf du beim Anlegen und Ablegen achten solltest.
Bandagen oder Orthesen?
Anders als eine Bandage bestehen Orthesen aus festem, weniger biegsamen Material oder verfügen über starre Schienen. Eine Orthese stabilisiert daher stärker und kann ein Gelenk sogar vollständig ruhigstellen. Die Entlastung ist entsprechend noch ausgeprägter, die Bewegung aber stärker eingeschränkt. In der Regel haben Orthesen außerdem wenig bis keinen Kompressionseffekt. Sie kommen vor allem nach Verletzungen oder Operationen zur Ruhigstellung und Stabilisierung zum Einsatz.
In unserem Beitrag zu Orthesen findest du weiterführende Informationen zum Anwendungsbereich und wie sie sich von Bandagen unterscheiden.
Wo kann man orthopädische Bandagen kaufen?
An Bandagen werden hohe Ansprüche gestellt. Sie benötigen eine ergonomische Passform und müssen in den richtigen Arealen in unterschiedlicher Intensität stützen oder stimulieren. Zudem sollten sie sich dem Körper perfekt anpassen, dürfen nicht einschneiden und müssen aus einem atmungsaktiven, feuchtigkeitsregulierenden Material angefertigt sein.
Bandagen sollten nach einer fachärztlichen Untersuchung oder Beratung verwendet werden. Bei Bedarf verschreibt der Arzt oder die Ärztin eine passende Bandage für die jeweiligen Beschwerden.
Im Sanitätshaus gibt es eine große Bandbreite hochwertiger Bandagen mit hohem Tragekomfort. Sollte eine Kontrolle, Änderung oder Neuanpassung erforderlich sein, steht dir das Fachpersonal jederzeit zur Seite. Über unsere Sanitätshaussuche findest du schnell ein Sanitätshaus in deiner Nähe!
Häufige Fragen zu Bandagen
Grundsätzlich ist beim Thema Bandagen das Sanitätshaus die richtige Anlaufstelle. Das geschulte Fachpersonal kann dich beraten.
Am besten gehst du dazu ins Sanitätshaus, da man dich hier am besten zu Passform und Material beraten kann.
Wir empfehlen dir nicht, Bandagen “blind” online zu kaufen, sondern raten immer dazu, sich im Sanitätshaus beraten zu lassen. Hier wird dir beispielsweise auch erklärt, wie du die Bandage richtig anlegst und worauf du beim Tragen achten musst.
Das hängt von der individuellen Situation und Verletzung ab. Grundsätzlich sollte man eine Bandage immer dann tragen, wenn man sich aktiv bewegt. Nachts oder in Ruhephasen sollte sie abgelegt werden.
Hinweise & Disclaimer
Die Informationen dieses Textes ersetzen keine ärztliche Diagnose. Lass anhaltende oder starke Beschwerden bitte medizinisch abklären.
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