PECH bei Sportverletzungen: Erste Hilfe bei Schwellungen, Verstauchungen & Schmerzen
Egal ob Haushaltsunfall oder Sportverletzung: Du solltest die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen für Prellungen und Verstauchungen kennen. Unabhängig davon, ob du selbst betroffen bist oder eine andere Person unterstützst. Die Expert:innen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfehlen hier die sogenannte P-E-C-H-Regel.
Wer kennt das nicht: Man möchte schnell etwas aus dem oberen Regal des Küchenschrankes holen und steigt dafür auf den wackeligen Küchenstuhl – oder man gerät auf der Treppe ins Straucheln und prellt sich den Knöchel. Auch beim Joggen kann es leicht geschehen, dass der Fuß umknickt. In diesem Fall kann man von Pech sprechen.
Was ist das PECH-Schema?
Es ist eine Gedankenstütze. Sie hilft dabei, sich die wichtigsten Selbsthilfemaßnahmen in den ersten Minuten bei Unfällen und leichten Verletzungen in der richtigen Reihenfolge zu merken.
Die Abkürzung „PECH“ steht für: Pause, Eis, Compression und Hochlagern.
Pausieren
Einige Minuten Pause einlegen und die aktuelle Tätigkeit unterbrechen. Vor allem bei Sportverletzungen oder Arbeitsunfällen neigen wir dazu, die Zähne zusammen zu beißen und zunächst trotz Schmerz weiterzumachen. Doch genau das Gegenteil ist richtig: Bei Quetschungen des Gewebes, Verstauchungen, Prellungen oder Schnittwunden solltest du sofort pausieren. Achte darauf, den von der Verletzung betroffenen Körperteil ruhig zu stellen.
Eis (Kühlen)
Die verletzte Körperregion sollte mit einem Kühlpad gekühlt werden. Die Kälte lindert Schmerzen und Schwellungen. Das Gewebe darf jedoch keine Erfrierungen davontragen. Eiskalte Pads oder Kühlakkus sollten deshalb keinen direkten Kontakt mit der Haut haben, sondern in ein feuchtes Tuch gewickelt werden. Offene Wunden müssen vor dem Kühlen gereinigt werden.
Compression
Anschließend wird der verletzte Körperteil mit einem Druckverband versorgt. Auf diese Weise werden die Gefäße des betroffenen Gewebes verengt, was bei Blutungen oder Blutergüssen hilft. Für einen fachgerecht angelegten Druckverband benötigst du sterile Wundauflagen, elastische Binden und Druckpolster. Dieses Material sollte im Erste-Hilfe-Kasten oder Hausapotheke stets einsatzbereit sein.
Wie du am besten einen Druckverband anlegst, zeigt z. B. das Deutsche Rote Kreuz unter folgendem Link: https://www.drk.de
Hochlagern
Nach der Erstversorgung durch Kühlung und Kompressionsverband sollte das Körperteil mit der verletzten Region hochgelagert werden – am besten über der Höhe des Herzens, damit der Rückfluss des Blutes aus dem umliegenden Gewebe erleichtert wird.
Empfohlene Produkte für die Erste Hilfe bei Sportverletzungen
Hier eine kurze Übersicht, welche Produkte du Griffbereit haben solltest:
- Kühlpad oder Kältekompresse zur Kühlung. Sollte das nicht vorhanden sein, kann auch ein angefeuchtetes Tuch erst einmal Abhilfe schaffen.
- Verbandsmaterial (Verband, Mullbinde) für einen Druckverband
- Sterile Kompresse bei offenen Wunden
Erste Hilfe Set für Sportler:innen: Das sollte drin sein
Je nachdem welche Sportart du betreibst, kann ein Produkt mehr oder weniger sinnvoll sein. Das solltest du individuell nach Anwendungsfall entscheiden. Grundsätzlich macht es immer Sinn, ein komplettes Erste Hilfe Set in Reichweite zu haben.
- 2 Verbandpäckchen
- 2 Sterile Kompressen
- 1 Mullbinde
- 1 Rolle Tape
- 1 Paar Einmal-Handschuhe
- 1 Formbare Notfall-Schiene (Splint Rolle) zur Ruhigstellung
- Außerdem sinnvoll: Pflaster-Set, Schere, Pinzette Dreieckstuch
Wann wird die PECH-Regel angewendet?
Die PECH-Regel sollte bei leichten Verletzungen oder Sportverletzungen wie zum Beispiel bei Verstauchungen der Sprunggelenke oder Knie, Verletzungen der Bänder oder Zerrungen der Muskeln angewendet werden. Auch bei Haushaltsunfällen mit Prellungen nach einem Sturz, Verbrennungen oder Schnittwunden ist die PECH-Regel sinnvoll.
Nach der ersten Behandlung einer Verletzung
Bei schweren Verletzungen gilt es, unverzüglich ärztliche Hilfe aufzusuchen. Bei leichteren Haushalts- oder Sportverletzungen ist es wichtig, sich in den nächsten 24 Stunden zu schonen und die verletzte Körperstelle zu beobachten. Treten Beschwerden wie starke Schmerzen, Taubheitsgefühle und Kribbeln der Haut oder anderweitiges Unwohlsein auf oder geht die Schwellung nicht zurück? Dann sollte eine Ärztin bzw. ein Arzt zurate gezogen werden. Außerdem sollte das betroffene Körperteil nicht zu früh wieder belastet werden, um weitere Schäden zu vermeiden.
Unfälle vermeiden
Ob im Haushalt, beim Heimwerken, auf der Arbeit oder beim Sport: Viele Unfälle lassen sich durch vermeintlich einfache Regeln verhindern. Hier ein paar Tipps:
- Wärme dich vor dem Sport auf
- Schätze deine Fähigkeiten realistisch ein und überfordere dich nicht
- Stelle dich niemals auf wackelige Stühle oder Leitern
- Achte auf eine geeignete Ausrüstung wie Sportschuhe oder Arbeitsschutz
- Prüfe und erneuere deine Ausrüstung regelmäßig
- Verwende beim Sport orthopädische Bandagen zur Stabilisierung der Gelenke
- Mache regelmäßig Pausen für deine Konzentration
Häufige Fragen zur PECH-Methode
Die Abkürzung „PECH“ steht bei (kleineren) Verletzungen z.B. beim Sport für: Pause, Eis, Compression und Hochlagern.
Bei Sportverletzungen wird das PECH Schema zunehmend durch das PEACE & LOVE Konzept abgelöst. Die Abläufe sind ähnlich. In den ersten Minuten nach der Verletzung kann PECH angewendet werden. PEACE & LOVE greift etwas weiter und betrachtet auch die Zeit danach.
Das kommt sehr auf die Art der Verletzung und die Schmerzen an. Das betroffene Körperteil sollte auf jeden Fall in den ersten 24 bis 48 Stunden möglichst oft hoch gelagert werden.
Die PECH-Methode eignet sich zur Erstversorgung von Verstauchungen, Zerrungen, Bänderdehnungen, Prellungen, Gelenk- und Kapselverletzungen.
Eine Schwellung kann mehrmals täglich mit etwas Pause dazwischen für einige Minuten gekühlt werden. Solange es sich gut anfühlt.
Ein straffes Verband stützt den verletzten Bereich und schränkt die Bewegungen ein. So wird weiteren Verletzungen vorgebeugt. Leichter Druck regt zudem den venösen Rückfluss und den Lymphabfluss an, wodurch Entzündungsstoffe schneller abtransportiert werden können.