Hilfsmittel bei Verletzungen und Beschwerden im Sprunggelenk
Wie entstehen Verletzungen am Sprunggelenk?
Eine Verletzung im Sprunggelenk passiert besonders schnell, wenn der Fuß nach innen oder außen wegknickt und die Bänder dabei überdehnt werden. Je nach Stärke kann daraus eine Bänderdehnung, ein Teilriss oder sogar ein kompletter Bänderriss entstehen.
Besonders häufig passiert so etwas beim Sport, wo das Sprunggelenk häufig einiges aushalten muss. Diese Verletzungen machen etwa 15 bis 20 % aller Sportverletzungen aus. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, vielen Sprüngen oder Körperkontakt, wie etwa beim Fußball, Basketball, Volleyball oder Handball.
Aber auch im Alltag reicht manchmal schon ein unebener Fußweg oder ein unglücklicher Schritt. Hinzu kommt, dass das Risiko für eine erneute Verletzung nach einem ersten Umknicken erhöht ist. Innerhalb von drei Jahren erleidet etwa ein Drittel der Betroffenen erneut eine Verletzung. Bei Sportler:innen kann das Risiko sogar bei bis zu 73 % liegen.
Mögliche längerfristige Beschwerden sind zum Beispiel:
- Gefühl, dass das Sprunggelenk nachgibt
- Schmerzen beim Gehen oder Laufen
- leichte oder wiederkehrende Schwellungen
- anhaltende Instabilität des Sprunggelenks
Wann sollte eine Sprunggelenksverletzung ärztlich abgeklärt werden?
Beschwerden im Sprunggelenk sollten besonders dann ärztlich abgeklärt werden, wenn der Knöchel deutlich anschwillt, starke Schmerzen verursacht oder du kaum auftreten kannst.
Bei der Untersuchung achtet die Ärztin oder der Arzt unter anderem auf:
- Bewegungseinschränkungen
- Schwellungen
- Wärmeentwicklung
- Druckschmerzen
- Fehlstellungen oder auffällig hervorstehende Knochen
Je nach Befund können anschließend bildgebende Untersuchungen folgen. Ein Röntgenbild dient vor allem dazu, Knochenverletzungen auszuschließen oder nachzuweisen. Mit einer MRT-Untersuchung lassen sich Bänder, Sehnen und andere Weichteilstrukturen genauer beurteilen.
Welche Schweregrade gibt es bei Bandverletzungen am Sprunggelenk?
Nicht jede Bandverletzung ist gleich schwer. Grob lässt sich zwischen drei Schweregraden unterscheiden:
- Bänderdehnung: Die Bänder sind überdehnt, aber nicht gerissen.
- Teilruptur: Ein Teil der Bandfasern ist gerissen.
- Komplette Bandruptur: Das Band ist vollständig gerissen und das Sprunggelenk kann deutlich instabil werden.
Bänderdehnung oder Bänderriss?
Eine Bänderdehnung wird in der Regel konservativ behandelt und vor allem entlastet und stabilisiert. Auch ein Bänderriss lässt sich in den meisten Fällen ohne Operation versorgen, etwa mit einer passenden Orthese. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad der Verletzung und der Stabilität des Sprunggelenks ab.
Welche Hilfsmittel helfen bei Sprunggelenksverletzungen?
Bei einer Bänderdehnung oder einem Bänderriss im Sprunggelenk können je nach Schweregrad passende Hilfsmittel das Sprunggelenk stabilisieren, entlasten und während der Heilungsphase unterstützen.
Vor allem Sprunggelenksorthesen und Sprunggelenksbandagen kommen dafür infrage. Welche Variante sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie schwer die Verletzung ist und wie viel Stabilität das Gelenk benötigt.
Wann kommt eine Sprunggelenkorthese zum Einsatz?
Eine Sprunggelenkorthese kommt vor allem bei stärkeren Bandverletzungen, nach einem Bänderriss oder bei einem instabilen Sprunggelenk zum Einsatz. Sie stabilisiert das Gelenk gezielt, begrenzt bestimmte Bewegungen und kann in der akuten Phase für eine teilweise Ruhigstellung sorgen. So werden die verletzten Strukturen entlastet und das Sprunggelenk vor erneutem Umknicken geschützt.
Eine im Sanitätshaus häufig empfohlene Sprunggelenkorthese ist die AIRCAST® Airgo Plus. Sie wurde speziell für Bänderrisse, Knöchelverstauchungen und Instabilitäten des Sprunggelenks entwickelt und kombiniert mehrere stabilisierende Elemente. Seitliche Schalenelemente geben dem Gelenk Halt, während ein zusätzlicher 8er-Gurt die Stabilität weiter erhöht. Über den BOA®-Verschluss lässt sich die Passform individuell regulieren und im Verlauf auch an veränderte Schwellungen anpassen.
Mehr über die AIRCAST Airgo Plus und ihre Eigenschaften erfährst du auf der Produktseite von Enovis.
Wann ist eine Sprunggelenkbandage sinnvoll?
Eine Sprunggelenkbandage kommt eher bei leichteren Verletzungen wie einer Bänderdehnung oder in späteren Phasen der Heilung infrage. Sie gibt den überdehnten Bändern zusätzlichen Halt und kann das Gelenk entlasten, ohne die Beweglichkeit so stark einzuschränken wie eine Orthese.
Durch den gleichmäßigen Druck kann eine Bandage außerdem dabei helfen, Schwellungen und Blutergüsse zu reduzieren. Gerade wenn du nach einer Verletzung wieder mehr im Alltag unterwegs bist oder langsam in den Sport einsteigst, kann sie dem Sprunggelenk zusätzliche Sicherheit geben.
Welche Variante zu deiner Verletzung und Belastung passt, solltest du jedoch individuell mit medizinischem Fachpersonal abstimmen.
Tipp
Auch im Sanitätshaus kannst du dich individuell zu Sprunggelenkorthesen, Bandagen und weiteren Hilfsmitteln beraten lassen. Das qualifizierte Fachpersonal hilft dir dabei, eine passende Versorgung für deine Beschwerden auszuwählen und achtet auf den richtigen Sitz, eine angenehme Passform und die korrekte Anwendung.
FAQ zu Sprunggelenksverletzungen und Hilfsmitteln
Das hängt stark von der Art und Schwere der Verletzung ab. Eine leichte Bänderdehnung kann deutlich schneller abheilen als ein Teilriss oder kompletter Bänderriss im Sprunggelenk. Entscheidend ist, dass Belastung und Stabilisierung zur jeweiligen Heilungsphase passen.
In der akuten Phase stehen vor allem Entlastung, Kühlung und Hochlagern im Vordergrund. Bei stärkeren Schmerzen, deutlicher Schwellung oder Problemen beim Auftreten sollte die Verletzung ärztlich abgeklärt werden.
Eine Sprunggelenkorthese wie beispielsweise die AIRCAST Airgo Plus kommt vor allem bei stärkeren Bandverletzungen, nach einem Bänderriss oder bei anhaltender Instabilität zum Einsatz. Sie stabilisiert das Gelenk und kann bestimmte Bewegungen begrenzen.
Geeignet sind Orthesen, die das Sprunggelenk zuverlässig stabilisieren und an die jeweilige Verletzung angepasst werden können. Ein häufig genutztes Modell ist die AIRCAST Airgo Plus, die unter anderem bei Bänderrissen, Knöchelverstauchungen und Instabilität eingesetzt wird.
Für den Sport kommen vor allem Bandagen infrage, die Halt geben, ohne die Beweglichkeit unnötig einzuschränken. Besonders bei Sportarten wie Fußball, Basketball oder Handball kann eine Bandage nach einer Verletzung zusätzliche Stabilität geben.