Smart gebettet: Ratgeber Pflegebett


Wenn ein Pflegebett gebraucht wird, geschieht das meist plötzlich. Ein Krankenhausaufenthalt, ein Unfall, die Entlassung nach der Reha und plötzlich soll zu Hause alles so organisiert sein, dass Pflege möglich ist.
Abbildung des Artikels zum Thema Pflegebett im fit & vital plus Kundenmagazin

Sicher schlafen, gut gepflegt: Worauf es beim Pflegebett ankommt

„Kaum jemand beschäftigt sich vorher damit, was für eine technische Ausstattung dafür nötig ist“, sagt Sven Koppelwiser, Experte beim Pflegebettenhersteller Burmeier. „Die meisten stehen von einem Tag auf den anderen vor dieser Herausforderung.“

Portraitfoto von Sven Koppelwiser
Sven Koppelwiser, Burmeier Pflegebetten

Zwischen Standard und Premium

Grundsätzlich lassen sich zwei Situationen unterscheiden: Wer Zeit hat, sich vorzubereiten, etwa, wenn ein Angehöriger nach der Reha nach Hause kommt, kann sich in Ruhe im Sanitätshaus beraten lassen. „Dann entscheiden sich viele bewusst für ein hochwertiges Bett, das zum eigenen Zuhause passt und nicht nach Klinik aussieht“, erklärt der Experte. Diese sogenannten Komfort- oder Premiumbetten lassen sich in Design und Ausstattung individuell anpassen und später, falls nötig, mit Zubehör zum vollwertigen Pflegebett erweitern.

 

Viel häufiger ist aber der Akutfall:

Ein Familienmitglied wird kurzfristig entlassen und das Pflegebett muss am besten noch am selben Tag geliefert werden. Hier kommen die Sanitätshäuser ins Spiel, die eng mit Krankenhäusern zusammenarbeiten und Standardbetten auf Lager haben. Meist regelt schon das Entlassmanagement des Krankenhauses die Kontaktaufnahme zum Sanitätshaus und meldet den Bedarf an. Was dann schnell verfügbar ist und überwiegend in den Lagern vorgehalten wird, ist Standard. Das bedeutet in diesem Fall aber nicht „einfach“, sondern funktional, sicher und komplett elektrisch verstellbar.

Ein Pflegebett kann auch ein richtig schönes Möbelstück sein.
Sven Koppelwiser, Burmeier Pflegebetten

Was ein Kassenbett können muss

Damit ein Pflegebett von den gesetzlichen Kranken- oder Pflegekassen bezahlt wird, muss es die im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anforderungen erfüllen: „Ein solches Bett verfügt immer über eine elektrische Höhenverstellung sowie verstellbare Rücken- und Oberschenkellehnen“, betont Koppelwiser. Dadurch kann sich der Bewohner eigenständig im Bett positionieren. Gleichzeitig werden pflegende Angehörige unterstützt, etwa beim Bettenmachen oder Lagerungswechsel.

Zum Bett gehört in der Regel auch eine passende Matratze, deren Auswahl vom individuellen Risiko, etwa für Druckstellen (Dekubitus), abhängt. „Ob Weichlagerungs- oder Wechseldrucksystem, das wird in der Beratung gemeinsam entschieden“, so der Experte. Die Matratzen werden separat vom Bett gewählt, sind aber auch Teil jeder Versorgung im Sanitätshaus.

Pflegebett in einem schön eingerichteten Schlafzimmer
© Burmeier GmbH & Co. KG

Übersicht:

  • Mobile Rollen
    Mit dem Bett in Richtung Garten für einen schöneren Blick? Kein Problem!
     
  • Seitensicherung
    Sind als Fallschutz unerlässlich. Hochwertigere Modelle bieten sie auch zweigeteilt an.
     
  • Wohnliche Optik
    Ein Pflegebett rückt oft ins Zentrum des Wohnens – es sollte gut aussehen.
     
  • Verstellbare Höhe & Liegefläche
    Für Pflege und Komfort des Bewohners unerlässlich.

Leihen oder kaufen?

Wer ein Pflegebett benötigt, sollte sich zwischen dem Standardbett und einem individuellen Komfortbett entscheiden. Standardbetten werden in einem Leihsystem zur Verfügung gestellt und nach jedem Einsatz hygienisch aufbereitet und technisch geprüft. Wer kein gebrauchtes Pflegebett möchte, kann sich mit einem privaten Eigenanteil an der Bereitstellung eines neuen Standardbettes beteiligen oder stellt sich sein individuelles Komfortbett im Sanitätshaus zusammen. Hier spielt dann neben Technik auch das Design eine große Rolle: etwa Stoffbezüge in Boxspring-Optik oder Holzdekore, die sich nahtlos ins Schlafzimmer einfügen. Oftmals rückt das Pflegebett in der neuen Situation auch noch zentraler in den Lebensmittelpunkt der Familie und sollte deswegen auch optisch gefallen. Auch technisch bieten Komfortbetten aus dem Premiumsegment zusätzliche Raffinessen: eine tiefer herabreichende Höhenverstellung, spezielle Federungssysteme oder eine „auswandernde Rückenlehne“, die die Belastung der Haut im Sitzbereich reduziert und verhindert, dass der Nutzer beim Verstellen der Rückenlehne Richtung Fußende rutscht. Auch geteilte Seitensicherungen, die als Aufstehhilfe dienen und weniger einschränkend wirken, schätzen viele Nutzer.

Sicherheit an erster Stelle

Unabhängig vom Preis gilt: Pflegebetten sind Medizinprodukte. Sie müssen sicher und intuitiv zu bedienen sein. „Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass sie nichts falsch machen können“, sagt der Experte. Diese Sicherheitsstandards hätten sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Pflegebetten von heute seien

so sicher wie nie zuvor

Zum Pflegebett gehört auch sinnvolles Zubehör wie Aufrichthilfen, Bettleuchten und passende Nachttische, je nach Bedarf und Verordnung – oder eben Zuzahlung. Dabei gilt die Faustregel: Die Krankenkasse zahlt, wenn der Bedarf nur vorübergehend ist, die Pflegekasse, wenn zu Hause dauerhaft gepflegt wird. Am Ende zählt vor allem eins: „Ein Pflegebett soll den Alltag erleichtern. Für die, die gepflegt werden, genau wie für die, die pflegen.“ Und wer sich rechtzeitig beraten lasse, könne mit der passenden Ausstattung dafür sorgen, dass Pflege zu Hause nicht nur funktioniert, sondern auch wohnlich bleibt.

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Erschienen in der Ausgabe 03/26

des Kundenmagazins fit & vital plus

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Abbildung des Covers der Ausgabe 03/26 vom fit & vital plus Magazin