Mit dem Rollator: Auf der Überholspur
Nach Wochen im Krankenhaus läuft es nicht mehr rund oder nach einem rheumatischen Schub fällt das Gehen schwer. Der Grund: Die Muskeln sind schwächer geworden und mit ihnen schwindet die Mobilität. Um trotz Einschränkungen selbstständig unterwegs bleiben zu können, bieten dann Rollatoren eine hilfreiche Stütze. Sie fördern die kontrollierte Bewegung, geben Stabilität, reduzieren Stürze und schaffen Sicherheit beim Gehen. So kann die Rückkehr in den Alltag deutlich leichter gelingen.
Rollator ist nicht gleich Rollator: Worauf es ankommt
Dass die Modelle sich unterscheiden, merkt man spätestens beim ersten Probelauf im Sanitätshaus. Die einen sind leicht und wendig, andere wirken fast schon unverwüstlich. Das liegt vor allem am Material.
Modelle aus Stahl sind zwar robust, kippstabil und günstiger, sie gehören jedoch mit ihren etwa zehn Kilogramm auch zu den schwereren Varianten. Sie eignen sich besonders bei stärkerem Stützbedarf. Dagegen sind Aluminiummodelle mit etwa sechs bis acht Kilogramm leichtere Allrounder, rostfrei und alltagstauglich. Für Nutzerinnen und Nutzer, die besonders viel unterwegs sind, eigenen sich leichte Modelle aus Carbon. Diese beginnen bei etwa fünf Kilogramm, sind aber auch teurer.
Ebenfalls wichtig sind die Räder und Bremsen eines Rollators
Große Räder laufen ruhiger auf unebenem Boden, kleine sind hingegen flexibler in Innenräumen. Luftreifen sind zwar komfortabel, aber sehr wartungsintensiv. Pflegeleichte Vollgummireifen können eine Alternative sein. Ein weiterer wichtiger Punkt sind leichtgängige Handbremsen mit Feststellfunktion, um bei Gefälle oder wenn eine Pause eingelegt wird, schnell und sicher zum Stehen zu kommen. Eine Ankipphilfe erleichtert es, Bordsteine oder Türschwellen zu überwinden.
Wie beim Autokauf: Eine Probefahrt ist ein Muss
Eine Probefahrt im Sanitätshaus kann helfen, all diese Unterschiede zu erfahren. So lässt sich am besten herausfinden, welches Modell wirklich passt und eine Unterstützung für den Alltag ist. Manche Dienstleister kommen auch nach Hause.
Die Krankenkasse übernimmt in der Regel ein Standardmodell, wenn ein Rollator medizinisch notwendig ist und ärztlich verordnet wird. Dieser erfüllt alle Grundfunktionen und ist sicher, stabil, mit Bremse und Sitz. Wer Wert auf geringes Gewicht, modernes Design oder zusätzlichen Komfort legt, kann ein entsprechendes Modell wählen und zahlt den Aufpreis selbst.
Richtig eingestellt: Die Haltung macht’s
Damit der Rollator wirklich unterstützt und nicht belastet, sollte er individuell auf die Nutzerin oder den Nutzer eingestellt sein. Entscheidend ist vor allem die Griffhöhe: Wer zu tief oder zu hoch greift, läuft schnell verkrampft, bekommt Rückenschmerzen oder verliert sogar das Gleichgewicht. Die Griffe sollten so eingestellt sein, dass die Hände locker aufliegen und eine aufrechte Haltung möglich ist. So bleibt der Körperschwerpunkt dort, wo er hingehört, und das Gehen ist sicher und ermüdungsfrei.
Auch Sitzfläche und Klappmechanismus verdienen Beachtung. Für kurze Pausen unterwegs ist ein stabiler, kippsicherer Sitz praktisch, besonders wenn er durch einen Rückengurt ergänzt wird. Wer seinen Rollator häufig transportiert, sollte darauf achten, dass er sich längs zusammenklappen lässt und beim Verladen sicher eingerastet bleibt. Für den Alltag lohnt sich außerdem praktisches Zubehör, wie beispielsweise Taschen oder Reflektoren, die den Komfort und die Sicherheit erhöhen.
Damit es lange rundläuft
Wichtig: regelmäßig Schrauben, Reifen und Griffe kontrollieren, vor jeder Nutzung beide Bremsen prüfen und beim Sitzen diese immer festziehen. Zu Hause sollten Stolperfallen wie lose Teppiche oder Kabel entfernt werden. So gibt ein gut angepasster Rollator nicht nur Halt, sondern auch Sicherheit und im besten Fall das Gefühl, im eigenen Tempo wieder auf die Überholspur zu kommen.
- Sicher stehen bleiben:
Leichtgängige Handbremsen mit Feststellfunktion lassen sich auch mit wenig Kraft gut bedienen.
- Für alles Wichtige:
Eine Tasche unter dem Sitz bietet Platz für Einkäufe oder persönliche Dinge.
- Kurz durchatmen:
Ein stabiler Sitz auf Kniehöhe lädt zur Pause ein. Der Rückengurt sorgt für zusätzlichen Halt.